Das Gouvernement Fayum liegt 90 km südlich von Kairo in der libyschen Wüste und hat ca. 3 Mio Einwohner. Man kann auf der Autobahn zwischen Sokhnah und Qattamiyah ca 90 km vor Kairo eine Ausfahrt rechts nehmen, um direkt nach Fayum zu fahren. Max erlaubte Geschwindigkeit auf dieser Straße auch 120 km/h.

Das Oasenbecken besetzt alleine 1200-1700 km², während sein Südostteil bei Fayum auf 24 m Höhe liegt, fällt es nach Nordwesten bis 46 m Tiefe unter Meeresspiegel ab, wo sich der abflusslose,230 km² große Qarunsee gebildet hat.

Sesostris III. und sein Sohn Amenmhat III. ca 1860 v. Chr. machten aus den Sümpfen, die nach der Nilüberschwemmung zutage traten, einen großen Wasserspeicher. Sie ließen den Josefskanal errichten, der nun den Nil mit den Sümpfen das ganze Jahr über verbindet, die als Wasserspeicher dienten. Ein ausgeklügeltes System aus Dämen, Stauseen und Kanälen brachte die Wüste zum blühen.

Wir haben uns, Bertie, Arno und ich, im Dezember vorgenommen, die Reise zu machen. Wie sind am 17.03 um 5 Uhr in Hurghada losgefahren und kamen ziemlich zügig voran. Am ersten Tag haben wir uns die Stufenpyramide von Djoser, 1662-1645 v. Chr., mit ihrem wunderschönen Sed-Heb Tempel angeschaut. Die Bedeutung dieses Pyramidenkomplexes liegt darin, es ist der älteste Steinbau in der Größe im alten Ägypten. In die Pyramide kann man nicht rein, es wird gerade an der Restaurierung gearbeitet, aber die Entwicklung von Mastaba zur Pyramide ist sehr interessant, zumal die Unterzeichnung von Imhotep und seinen Talenten als Architekt. Anschließend kamen die nahe liegenden Gräber der Adligen aus dem alten Reich und die Pyramide Teti II., hier kommt man rein, ein 24 m tiefer Gang mündet in eine schöne Grabkammer mit Pyramidentexten und einem 15 Tonnen schweren Sarkophag.

Wir haben uns abends in unserem Hotel am Qarunsee eingecheckt, saubere Zimmer, wirklich tolles Essen und angenehm, wir haben 2 Nächte dort geschlafen und können es weiterempfehlen. Frühstück ist im Preis drin, große Portion mit Foul, Spiegelei, Marmelade und verschiedenen Käsesorten. Man wird satt und kann bis abends nichts mehr essen.

Den 2. Tag verbrachten wir in der Oase. Wir guckten uns die Wasserfälle in Wadi Rayan an, das ist ein Schutzgebiet mit 2 Seen, die unterschiedlich tiefe Bette haben und wurden mit dem Qarunsee durch einen Kanal und Tunnel im Berg verbunden, damit der hohe Grundwasserspiegel die Felder Fayums ringsum den See nicht zerstört.

Hier sind viele wichtige Sehenswürdigkeiten aus der Oase, Wadi Hitan (Tal der Wale) mit den versteinerten Walen, die hier im Ozean lebten, der vor 40 Millionen Jahren wegen geologischer Veränderungen zurückgedrängt wurde und die Meeresbewohner wurden in Sedimenten eingebettet. Fossile Überreste aus der Zeit sind reichlich hier zu beobachten.

In Tunis Pottery waren wir auch, da sieht man, wie die Handwerker ihre Topftöne anfertigen und bunt malen. Der Tempel des Sobek, heiliger Krokodil aus griechischer Zeit, ist ebenso schön. Wir haben den Tag bei der Wasserrädern in Fayumcity ausklingen lassen, die seit Ptolemärzeit drehen und Wasser hochschlagen.

Am 3. Tag kamen wir bei der Knick- und Rotpyramide in Dahshur vorbei, es ist toll auf einem Hügel zu sein und in alle Himmelrichtungen sind Pyramiden zu sehen. Es war ein schöner Abschluss für eine tolle Reise. Man kann es weiterempfehlen..