Von meinen lieben Kindern bekam ich als Weihnachtsgeschenk einen Gutschein für eine Tour nach meinen Wünschen mit Mo.

ÄGYPTEN, DAS und „MEIN“ Land mit Geschichte, Kultur, Göttern und den Bauwerken, ist seit Jahrzehnten meine Leidenschaft, schon 1999 und 2016 war ich dort zu Gast, ich möchte einen Wiederholungsbesuch der Nekropole in el-Sheikh Abd el Qurna, natürlich Deir el-Bahari (Hatschepsut), eine Hapi-Nilfahrt, den Luxor- und den Karnaktempel!!

Vom Hotel mit einem leckeren Lunchpaket und vielen lieben Wünschen der dortigen Mitarbeiter versorgt, starteten wir Zwei; es war eine zügige Fahrt auf sehr guter Straße, erlebten einen wunderschönen Sonnenaufgang über den Wüstenbergen mit traumhaften Panorama, fuhren auf abenteuerlichen Feld- und Seitenwegen durch Qina, hatten Einblick in das heutige Leben (Fellachen auf den Feldern, Bananen-, Korn- und Gemüseanbau, Junge und Alte, Esel, Hunde, Katzen, Dreiradfahrzeuge, ein Gewusel..), dann: der NIL!! Über Brücke zum Anwesen von Howard Carter, dort Frühstück im Garten auf der Terrasse, herrlich..

Weiterfahrt zum Ticketcenter am Ramesseum mit Blick auf den Totentempel Amenophis III, dort finden Ausgrabungen des Deutschen Archäologischen Instituts statt, auf dem riesigen Areal werden Statuen, Spingen und Stelen wieder hergerichtet und aufgestellt, beeindruckend, dort würde ich gern mitarbeiten!

Nach kurzer Fahrt an den Häusern der „Grabräuberfamilie“ Razul (heute befindet sich in jedem Haus eine Alabasterwerkstatt) Ankunft in der Nekropole, wie schön ist das denn geworden seit meinem letzten Besuch dieser Gräber im Jahr 1999, der Gesamteindruck ist überwältigend, das Areal strahlt Erhabenheit und friedliche Ruhe aus. Wir erkundeten einige Gräber, die Malereien und Reliefs aus dem Leben im alten Ägypten liessen diese Zeit wieder lebendig werden, besonders sehenswert für mich war das Grab des Ramose mit dem Wechsel von Amenophis III zu Amenophis IV (später Echnaton) mit dem Umbruch von der Amarna-Zeit zur Rückkehr zum Amun-Kult, an den Wänden so plastisch dargestellt; und natürlich das Grab des Nacht, sehr klein, aber bezaubernde Malereien; die Gräber von Userhat, Amenemipet und Djehuti, sooo schön!

Der Wärter erlaubte uns noch Einblick in Gräber, die noch freigelegt und somit auf den Zutritt vorbereitet werden.

Fazit: Diese Anlage ist einen Besuch wert!!! Und, die Erläuterungen von Mo zeugen von großer Kenntnis, Kompetenz und umfangreichem Wissen über diese Zeiten, seine Zuneigung zu Land und Leuten wurde spürbar.

Nach einem letzten Blick vom Gräberfeld über die Wüste und den Grüngürtel auf den Nil, ging die Fahrt weiter am Ramesseum vorbei (hier befinden sich in den anliegenden Häusern Papyrus-Werkstätten)nach Deir el-Bahari zum Hatschepsut-Tempel, mein absolutes MUSS! Wir durchstreiften mehrere Kapellen, versetzten uns in die damalige Zeit (wie prachtvoll müssen die Prozessionen gewesen sein) voller Ehrfurcht und Respekt vor dieser großen Pharaonin.

Nach einem leckeren Mittagessen in einem Restaurant mit Nilblick in Luxor gingen wir zur Anlegestelle, dort wartete das Motorboot „Tiger“ auf uns und beförderte uns über den Nil.Wir überquerten die Uferstraße, spazierten an den zahlreichen Kutschen vorbei, um den Luxor-Tempel herum zum Eingang. Ich bin wieder überrascht, dass in den 1. Pylon eine Moschee gebaut wurde, friedliches Nebeneinander, geht doch!!! Im Luxor- Tempel wurden die Eindrücke von den vorherigen Besuchen vertieft und die Schönheit der Kolonnade im Säulenhof

bewundert.

Mit einem Taxi fuhren wir zum Karnak-Tempel, dank Mo habe ich einige neue, interessante Details entdeckt, wieder ehrfürchtig vor den Säulen, den Statuen, Obelisken, Reliefs und dem heiligen See gestanden, den Skarabäus umrundet (wg. Wiederkehr)und immer wieder die Frage:

„Ist das Menschenwerk?“ Am Kanalübergang zwischen den Sphingen eine Hundeschar, ich zu ihnen: warum bellt ihr mich an, ich bin Gast und habe bezahlt!

Schöner Spaziergang zurück über die Uferpromenade, über Grünflächen, durch Schilf zum Ufer, dort wartete unser Boot „Tiger“. Es folgte eine traumhafte Nilfahrt mit einmaligem Sonnenuntergang, um 18 Uhr landeten wir wieder in Theben-West.

Die Rückfahrt war für mich abenteuerlich, in Qina herrschte Rushhour, Autos in Dreierreihen, Rad- und Mopedfahrer ohne Helm, Fußgänger, dreirädrige Autos (auf den Ladeflächen Frauen, Kinder oder Tiere oder Tomaten oder Möbel), Mo lenkte das Auto durch das Gewühl wie ein Kapitän sein Schiff bei Sturm, ich fühlte mich absolut sicher.

Die Fahrt auf der neuen Schnellstraße war entspannt (bis auf einen LKW, der mit Kamelen beladen war, oha Schlachthof?), es ging zügig voran, um 22 Uhr war ich zurück im Hotel und überglücklich über diesen wunderschönen Tag!

Die Anfangsbedenken von Mo, ob mein Programmwunsch nicht zu umfangreich für einen Tag ist, sind ausgeräumt, es war ein ereignisreicher, aber entspannter Tag, wie ein Wiedersehen und Hallosagen bei lieben alten Freunden. Mo ließ mich „an der langen Leine“, ich sage von Herzen

DANKE!! SCHUKRAN!!!

und bitte um Wiederholung

Ellen-Marie