Traumziel Abu Simbel

Die Stadt Abu Simbel liegt im Süden Ägyptens ca. 760 km von Hurghada entfernt, eine Reise dahin scheint auf Grund der grossen Strecke, ein Traum zu sein. Dieser Traum lässt sich realisieren, wenn man den Wille besitzt und den richtigen Weg findet. Dort steht man vor den kolossalen Sitzfiguren von Ramses II. mit dem Rücken zum Nassersee, da wird einem klar, es zahlt sich aus. Der Weg nach Abu Simbel verläuft durch Aswan, deswegen bietet sich hier ein Zwischenstop an, so kommt auch einem die Fahrt nicht lang vor. Idealerweise plant man 3 Tage für die Tour mit 2 Übernachtungen in Aswan in einem Hotel oder auf einem Schiff auf dem Nil. Im Plan sollte der erste Tag für die Hinfahrt und eine oder sogar zwei Besichtigungen, der 2. Tag für die Fahrt nach Abu Simbel von Aswan aus festgelegt werden sowie den 3. Tag plant man für die letzte Besichtigung, dann die Rückfahrt. So wäre die Reise dann stressfrei.

Unsere Erfahrung

Am 07.09.18 um 5:00 Uhr sind wir in Hurghada Richtung Marsa Alam losgefahren. Dort führt eine Srasse in der arabischen Wüste zum Nil mit der 100 km nördlich von Aswan liegenden Stadt Edfu als Endstation. Das haben wir uns gespart und sind die Strasse nach Berenis an Scheich Schazli vorbei, gefahren. Kurz nach dem Dorf von Scheich Schazli weisen Schilder an einer Kreuzug auf verschiedene Richtungen jeweils nach Aswan und Berenis hin. Die Straße nach Aswan endet auch direkt im Umland Aswan und von dort aus braucht 25 Minuten zum Stadtzentrum. Es war kurz nach 12:00, wo uns 2 Kaffees in einem einheimischen Lokal quasi gerettet haben, dann sind wir mit einem Motorboot auf dem Nil zu einem Restaurant auf einem hohen Granitgestein gefahren. Von dem Restaurant aus blickt man auf Elefantine Insel und die gegenüber liegende Anhöhe mit dem Grab des Agha Khan. Es war dann nicht mehr so heiss, als wir nach dem Mittagessen beim unvollendeten Obelisk eintrafen. Ein Steinbruch, der ab der frühen pharaonischen Zeit bis in die Spätzeit als Quelle für den Rosegranit diente, er weist viele Spuren für Bearbeitung und Schneidung von Steinen zahlreicher Denkmäler. Aus dem Steinbruch wurden ca. 30 000 m für die Verkleidung in den Pyramiden geschlagen. Der 42 m grosse und 1160 Tonnen schwere Obelisk wäre bei Fertigstellung der grösste in der Antike. Dann durfte uns das Nubische Museum mit seinen 1200 Exponaten und Modellen eine Geschichte aus unterschiedlichen Epochen zwischen 4000 v. Chr. und der Gegenwart kurzfassen. Das Museum befindet sich südlich von Assuan auf einem Ausläufer des Rosengranit Steinbruches und ist einem Besuch wert. Meine lieben Gäste haben in Isis Hotel eingecheckt und haben Abend ausklingen lassen. Am nächsten Morgen sind wir um 7:00 Uhr vor dem neuen Hotel losgefahren. Dieses mal hatten wir ein ganz anderes Ziel, ein Traum, der sich verwirklichen liess. Eine Strecke von 280 km in den Süden hatten wir vor uns, eine lange Strasse durch die lybische Wüste bis an die Grenze zum Sudan sind wir gefahren. Unterwegs kommen die kleinen Dörfer der Nubier, die nach dem Bau vom Staudamm in Assuan umgesiedelt werden mussten sowie die Kennzeichen der archäologischen Stätten, die auch im Rahmen der Rettung der Denkmäler vor der Überschwemmung durch den Bau vom Nassersee versetzt wurden. Man fährt zunächst durch das Dorf Abu Simbel und bewundert die Schönheit der Oase. und deren sauberen Strassen. Die ftische Luft und die bunten Häuser der Nubier bewirken sofort eine gute Stimmung und verdrängen das Gefühl der Ermüdigkeit der langen Fahrt. Hier hätte man auch die Möglichkeit, in einem Hotel zu schlafen.

Die Tempel von Abu Simbel

Nachdem man seine Tickets holt, verlässt man die Empfangshalle, hinuterlaufend schaut man auf die Anlage von hinten und sieht noch nicht die Fassade der Tempelanlage. Hier spitzt sich die Neugier zu und das Herz schlägt schneller. Auschliesslich die Schönheit des Nassersees kann gegen die steigende Spannung wirken und beruhigt ein wenig. Der 5000 qkm grosse schafft es mit seinen 160 Kubikkilometer nicht, die umstehenden Berge mit Grün zu verkleiden. Sie geben ihre gelbe, dunkelbraune Farbe ungern auf. Man gelangt vor dem Tempel und es herrschen nur Staunen und Bewundern. Es gibt zwei Tempel aus der 19. Dynastie, ca. im 13. Jahrhundert. Der grösste war grosses Heiligtum zur Verehrung von Ramses II. und der zweite war eine kleinere Tempelanlage als Widmung für seine grösste Königsgemahlin Nefertari. Die moderne und die alte Geschichte der Tempelanlage sind sehr spannend. Belzoni und Johann Ludwig  haben 1817 den Tempel von dem Sand, der durch den Wind vom Berg herabgestürtzt war und den Eingang komplett verdeckt hattee, freigelegt. Beide Tempelanlagen mussten vor der Überflutung durch den Nassersee gerettet werden. Unter der Schirmherrschaft des UNESCO wurden beide Tempel zwischen 1963 und 1968 abgetragen und 64 m höher versetzt, wo sie heute auf einer Hochebene stehen. Ein schwedisches Projekt sah die Zerlegung und den Wiederaufbau vor und verdiente auch Zustimmung. Erst wenn man vor den kolossalen Sitzfiguren von Ramses II. steht, realisiert man, welche Mühe hier in Einsatz kam. Der Tempel von Ramses II. hat eine Fassade, 38 m breit und 34 m hoch, die oben mit einem Fries der Sonnenaffen dekoriert ist. Eine kleine Treppe führt zwischen den Statuen von Ramses durch ein Tor ins Tempelinnere. 3 Pfeilerhallen reihen sich hintereinander bis zum Allerheiligsten. In der ersten Halle sind Osirispfeiler für Ramses II., die Augenschminke in gutem Zustand noch haben. Die Wände zeigen Darstellungen von Schlachbänken, wo Ramses verschiedene Feinde schlägt und vor unterschiedlichen Göttern opfert. Die 2. Halle hat weniger Pfeiler und ähnliche Reliefs wie die erste. Das Sonnenwunder ereignet sich am 21. Februar und am 21. Oktober, es gibt verschiedene Publikationen und Meinungen drüber. Aber es ist auch sehenswert. Direkt daneben sieht man das Geschenk von Ramses II. für seine grösste Königsgemahlin. Eine schöne Tempelanlage mit 21 m Tiefe im Berg. Das Heiligtum ist auch der heiligen Kuh Hathor gewidmet, deswegen sieht man in der ersten Halle die ganzen Hathorpfeiler. Dazu eine Reihe aus Darstellungen mit der Königin und dem Pharaoh selber, wo sie ihre Götter verehren und Opfer darbringen. Man verlässt den Ort mit der Überzeugung, einmal im Leben hier zu sein, reicht nicht aus.

Es war gegen 16 Uhr als wir zurück in Aswan waren und dieses Mal haben wir uns für den Staudamm entschieden. Der Bau ist riesig und sehr wichtig für das Land. Er hat 980 m Basis-, 40 m Dachbreite und 111 m Höhe. Seine 12 Turbinen schaffen 11 000 Liter Wasser pro Sekunde und haben eine Kapazität von 175 Kilowatt/ Stunde. Er versorgt Ägypten mit ca. 9 Milliarden Kilowatt/ Stunde im Jahr. Deswegen ist es wichtig, dass man sich ihn anschaut. Er ist bis 17 Uhr zugänglich, danach wird die Brücke oben gesperrt. Also wenn man nach Abu Simbel fährt, soll man vor 17 Uhr den Staudamm überqueren, wenn man nach Aswan will. Wir haben unser Mittagessen in Assuan eingenommen und sind ins Hotel gefahren, wir haben uns um 20 Uhr für eine Stadtrundfahrt verabredet. Die Seitenstrassen haben ganz viel zeigen, im Gegenteil zur Hauptstrasse am Nil. Hier sind Markt, Gemüse- und Obsthändler überall am Rande der Strasse zu sehen. Wir kehrten ins Hotel zurück und waren am nächsten Morgen für die Besichtigung von Philae Tempel bereit.

Die Tempel von Philae befinden sich auf einer Insel im Nil und lassen sich durch Motorboote anfahren. Die Hinfahrt auf dem Nil zwischen den Granitfelsen, die aus dem Grund durchs Wasser hochragen und überall bunte Restaurants und Gaststätten, die durch Nubier betrieben werden, umschliesssen, ist überwältigend. Die Natur hier ist eigenartig und verleiht der Stadt Assuan ihre Schönheit. Die Tempel von Philae sind zwischen 1977 und 1980 versetzt worden und haben schöne Geschichten. Hier soll die Isis das Herz ihres ermodeten Mannes Osiris, der durch seinen Bruder Seth ermodet wurde. Hier sind viele Heiligtümer und Kioske aus griechischer und römischer Zeit. Wir mussten nach 3 Stunden von den richtigen Inselbewohnern Abschied nehmen, das sind ein paar Katzen, die auf der Insel leben.

Die Rückfahrt ging durch die Autobahn in der lybischen Wüste an Luxor vorbei und gegen 21 Uhr im Hotel endete eine wunderschöne Reise, die lange in Erinnerung bleiben wird.