Am 25.11. waren wir, Bertie, Arno und ich, wieder reiselustig. Wir waren letztes Jahr auch im Winter in der Oase “Fayum“ und haben dort 3 tolle Tage mit Besichtigungen verbracht. Der Ausgangspunkt für die Touren war ein Hotel am Qarunsee, wir schwärmen heute noch von dem Essen und der Pflege dieses Hotels. Dieses Mal hatten wir Echnaton, der in der 18. Dynastie Neues Reich gelebt hat, sowie seine politische und religiöse Reform im Auge. Wir wollten seine Spuren in Tel El Amarna verfolgen und bewundern. Echnaton folgte 1353 v. Chr. seinem Vater Aemenophis III. (auch AmenhotepIII.) auf dem Thron und hieß damals noch Amenophis (auch Amenhotep), was seine Verehrung für Amun Re nachweist. Er hat noch in Theben gelebt, regiert und Amun Re, verehrt. Seine größte Gemahlin war Nofretete, Mutter seiner 5 Töchter: Anchesenpaaton, Maketaton, Meritaton, Nefer-nefru-re tascherit, Nefer-neru-aton, Kija war seine Nebenfrau und Mutter von Tutanchamun. In seinem sechsten Regierungsjahr hat er die Grundlagen seiner religiösen Weltanschauung umgesetzt und alle Gottwesen, über 800, auf einen Schlag aberkannt. Er glaubte nur an Aton und symbolisierte ihn als Sonnenscheibe mit Strahlen, die mit menschlichen Händen enden und bis zur Erde runter reichen. Er erscheint oft in seinen Darstellungen mit Nofretete in dem Adorations- gestus und Händen ausgestreckt zu ihrem Gott. Er musste in Folge dessen Theben verlassen und im Norden einen Kult für seine neue Gottheit errichten, er etablierte sich in Tel El Amarna im heutigen Minia, 300 km südlich von Kairo, und hat dort die Hauptstadt seines Reiches gegrüdet. Das ganze Reich wurde von hier aus regiert. Er lebte 17 Jahre dort und beschäftigte sich intensiv mit seiner Reform, er versäumte dabei die Außenpolitik und verlor den Einfluss über Mittani und Hethiter, was er von seinem Vater geerbt hat. Spätere Pharaonen haben nach seinem Tod die Stadt zerstört, viele Steine aus seinen Tempeln wurden abgetragen und woanders für andere Bauvorhaben wieder verwendet, hier ist kein Wunder Talataat Steine im Kilometer entfernten Karnak beim Restaurieren als Füllmaterial zu finden. In der neuen Hauptstadt Achetaton befanden sich hier, am Ostufer des Nils, Tempelanlagen für Aton, Paläste für Echnaton und seine Gemahlinnen, Felsengräber von Atonpriestern, die königliche Grabkammer, wo Echnaton und seine Töchter bestattet wurden, wobei das Grab in einem schlechten Zustand gefunden wurde und nur die Mumie von Maketaton in ihrem Sarkophag lag drin, die jetzt im Mumuiensaal im ägyptischen Museum ausgestellt ist. Ins Grab gelang Regenwasser und hat die Malereien zerstört, nur einige Kammern mit Darstellungen von Annchesenpaaton, Gemahlin von Tutanchamun sind noch in gutem Zustand. Neben Amarna gibt es eine weitere Nekropole in Beni Hassan mit Felsengräbern von Priestern des mittleren Reichs, deren Gräber mit ungewohnt schönen Malereien dekoriert sind.

Beni Hassan (altägyptischer Gazellengau Nr. 16)

Die Stadt liegt 20 km südlich von Al Minya und hat eine tolle Nekropole mit 39

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Der Treppengang zu den Felsengräbern

Felsengräbern für Gaufürsten der 11. Und 12. Dynastien, ein kleiner Tempel von Hatschepsut zu Ehren der Pachet ist auch hier z bewundern. Wir waren in vier der Privatgräber und haben uns die Szenen der Ringkämpfe und Handwerke angeschaut:

Nr. 17. Grab des Cheti:

Ein Grab mit schönen Darstellungen von Kampfübungen wie auf Filmstreifen, Kriegsszenen und Darstellungen vom Monarchen des Gazellengaues der 11. Dynastie Cheti beim Aufsehen der Opfergabendarbringung und Handwerker.

Nr. 15. Grab des Baket:

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Die Kampfübungen wie auf Filmstreifen

Ebenso ein Gazellengau Fürst unter der 11. Dynastie und Vater des Cheti. Hier findet man nochmal die Kämpfer wie im ersten Grab, Jagdszenen und Handwerke, besonders schön waren die Spinnerinnen, die Weberinnen und die Ballspielerinnen. Ein Serdab ist auch im Grab, aber ohne die Statuen vom Verstorbenen und seiner Frau.

Nr. 3. Chonumhotep:

Einer der vornehmen Herren der 12. Dynastie. Ganz besonders schön sind hier die Vogelfangszenen mit dem Netz und der Fischfang mit einer Wasserdruckharpune. Eine sehr berühmte Szene aus diesem Grab ist die Ankunft einer semitischen Karawane. Im Grab kommen auch die üblichen Hadwerke vor.

Nr. 2. Amenemhet oder Imeni:

Das Grab ähnelt in vielen Details seiner Konstruktion dem des Chonumhotep. Es war ein Gauenfürst unter Sesostris I. Die Decke ist mit Schachmuster dekoriert und die Wände zeigen Handwerke, Kämpfer, mitlitärische Unternehmungen des Sesostris und die Bemühungen des Grabherrn in denen und ein Serdab mit Statuen vom Verstorbenen, seiner Gattin und seiner Mutter.

Antars Stall:

Nach der Besichtigung der Gräber fuhren wir mit dem Auto zum Tempel von Pachet, Löwenfigur, der durch die Hatschepsut errichtet wurde. Der Name von Hatschepsut wurde durch ihren Gegenpharao Thutmosis III. getilgt. Der Tempel ist unvollendet und enthält Szenen mit Opfergaben vor Pachet, Amun und Hathor. Die andere Seite weist Überreste von Statuen und Namen Alexander II. auf, die bezeugen, dass die Griechen die Anlage umgebaut haben. Die Araber haben es Antars Stall nach einem Beduinenheld genannt.

Nach einem leckeren Abendessen in Al Minya haben wir in einem Hotel am Nil eingecheckt und waren gespannt auf die nächste Tour nach Amarna.

Tel El Amarna:

Als Echnaton sich mit der Priesterschaft von Theben überwarf, verließ er Theben und hat hier den halbkreisförmigen Talkessel für seine Hauptstadt ausgesucht, der mit seinen Ausläufern auf beiden Seiten den Nil berührt. Hier sind Ruinen von Palästen, Tempeln und Gräbern aus der Amarna Zeit (Nordfriedhof, Südfriedhof, Königstal, Nordpalast, Südpalast, Atontempel)

Nordfriedhof:

Hier waren wir in Felsengräbern von einigen Priestern und Beamten unter Echnaton.

Grab Nr. 3 des Ahmose:

Königlicher Schreiber und Fächerträger für Echnaton und Aufseher im Harem der

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Echnaton und seine Soldaten

Nofretete. Das Grab ist nicht fertiggestellt und zeigt Szenen mit Echnaton und seinen Soldaten, die alle vor seinem Streitwagen aus Respekt vor ihrem Herrn gebückt laufen. Der Streitwagen von Echnaton ist nur als Skizze angefertigt.

Grab Nr. 2 des Merire:

Königlicher Schreiber und Schatzhausvorsteher unter Echnaton. Das Grab ist das wichtigste, seine Darstellungen erleichterten Archäologen dank der reichlichen Details, viele offizielle Gebäuden in der verlorenen Stadt von Echnaton wiederaufzubauen. Hier erscheint Echnaton aus seinem Palast und wirft Merire Geschenke zu, der auf Schultern seiner Freunde getragen wird. Sehr viele Darstellungen mit Echnaton und Nofretete beim Anbeten der Sonne und Pilgern nach Abydos sind hier zu sehen. Der königliche Palast ist hier mit seinen Räumen darstellt und wird in Details beschrieben. Blinde Musikanten dienten der königlichen Familie und sind hier auch dargestellt.

Grab Nr. 5 des Pentu:

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Nofretete wie im Berliner Museum

Königlicher Schreiber und Oberarzt im Haus des Aton. Hier findet man schöne Reliefs von einer OP durch diesen Arzt. Dazu findet man an der Wand eine Kopie vom Kopf der Nofretete, wie es im Berliner Museum auch aussieht.

Grab Nr. 6 des Panehsi:

Südkanzler, Aufseher des Vorratshauses und erster Atondiener. Die Szenen zeigen nochmal den Palast und den Tempel des Aton in genauen Details.

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Aus dem Grab eine Kirche

Wir sind dann mit dem Auto Richtung Südosten zum Südfriedhof gefahren. Dort waren einige Privatgräber und wir guckten uns nur eins an.

Grab Nr. 25 des Eje:

Eje war der Gatte der Hebamme von Nofretete und Fächerträger für Echnaton. Im Grab kommt die einzig erhaltene Fassung des Aton-Hymnus vor. Eje ist nach dem Tod von Echnaton Wesir für Tutanchamun und später Pharao geworden. Sein Grabmal ist im Tal der Könige KV23.

Alle Privatgräber oben hatten keine Mumien von den Priestern, die sie errichten ließen, da Echnaton tot war und alle Achet-Aton verlassen und nach Theben zurückkommen mussten, die Stadt wurde mit Gewalt evakuiert und sie haben neue Gräber in Theben gekriegt.

Das Grab des Echnaton:

Es liegt 15 Minuten Autofahrt von den Privatgräbern weg. Das Tal, wo das Grab liegt, ist schmal und die Berge erheben sich steil drum herum, was zur Zerstörung der Darstellungen drin, als es geregnet hat und das Wasser in die Tiefe des Grabes abgelaufen ist, geführt hat. Das passierte mehrmals und jedes Mal war das Wasser ein paar Tage drin. Ein Treppengang mit 20 Stufen führt ins Grabinnere, in der Mitte rechts ist ein unvollendeter Raum, der vermutlich für Nofretete gedacht war. Im Grab sind 2 kleinere Kammern, in der ersten ist der Tod der jung verstorbenen Tochter des Echnatons Maketaton während der Geburt ihres Kindes dargestellt und die Familie trauert um sie, anscheinend war Echnaton ihr Gatte. In der zweiten Kammer ist Echnaton mit seinen anderen 3 Töchtern Meritaton, Anchesenpaaton und Neferneferuaton dargestellt. Der Sarkophag von Echnaton ist zerstört worden und im Garten des ägyptischen Museums rekonstruiert ausgestellt.

Die Paläste Echnatons:

Echnaton ließ sich 2 Paläste bauen, deren Grundrisse anhand der genauen Malareien des Grabes von Merire wieder aufgebaut werden konnten. Der Südpalast war für Echnaton und Teje, seine Mutter. Die zwei haben sich oft wie ein Ehepaar verhalten und wurden durch viele Archäologen als Ehepaar angesehen. Der Nordpalast war für Nofretete gebaut, beide Paläste wurden aus Lehmziegeln und Holz errichtet und mit Kalkstein verputzt. Tolle Bodenverlegungen aus dem Palast der Nofretete sind im ägyptischen Museum ausgestellt, sie ist unvergleichbar in ihrer Schönheit. Abends haben wir den Ort verlassen und haben uns gedacht, es hat sich jede Mühe gelohnt. Wir haben in Miniya gegessen und sind ins Hotel gegangen.

Tuna El Gebel:

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Nordwestlichste Grenzstele

Am dritten Tag den 27.11. fuhr unser Auto um 8 Uhr vorm Hotel zu der letzten Kulturstätte dieser Reise. Unser Ziel war Tuna-el-Gebel. Der Ort war der Friedhof des 15. Hasengaues Chemenu– heute Al Aschmunien- im alten Ägypten.

Hier sieht man nach der Einfahrt rechts im Berg eine Grenzstele des Echnatons, die die nordwestlichste Grenze seiner Hauptstadt markierte. Gräber aus dem neuen Reich, Tempel des Thot und des Osiris-Pavian, römische Privatgräber und die Tiergalerien sind hier zu bewundern.

Tiergalerien:

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Tiersärge

Wir entschieden uns für die Tiernekropole als erstes, hier sind Pavian- und Ibismumien seit der 26. Dynastie auch in kleinen Särgen gelagert, es sind über 150 Korridore mit einer Gesamtfläche von ca. 210 000 qkm. Tiermumien, Knochen, leere kleine Särge für die kleinen Mumien und sogar Tongefäße mit mumifizierten Tieren drin sind überall zu finden.

Grab des Petosiris:

Es ist ein typisch römisches Grab, das mit seinem Vorbau den altägyptischen Tempelanlagen ähnelt, hier sind schöne Darstellungen aus dem Alltag, wie Ernte, Geburt eines Kalbes, Weinproduktion. Dann sind im Grab in gut erhaltenen Farben Opfergabendarbietungen durch den Verstorbenen und seine Bestattung zu finden.

Al Aschmunien:

Nach dem Besuch von Tuna El Geben sind wir auf dem Weg nach Malawy bei Aschmunien stehen geblieben, hier gibt es Forschungen durch die ägyptische Waltung der Antike und 2 große Statuen für Paviane. Sonst gab es eine lustige Durchfahrt durch einen Kuhstall.

Um 13:15 sind wir in Al Minya Richtung Hurghada zurückgefahren, wir sind Punkt 15:20 in Hughada angekommen und haben tolle Bilder aus den Besichtigungen im Kopf, woran wir uns lange noch erinnern werden.