Die Oase Siwa, Faszination hört nie auf

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Lange Vorplanung

                                                           

Seit unserer letzten gemeinsamen Reise nach Tal El Amarna, im letzten Jahr, freuen wir, Bertie, Arno und ich, uns auf die nächste geplante Reise nach Siwa. Dieses Mal entschied sich Waltraud, sich uns anzuschließen. Es hat alles wieder harmonisch perfekt gepasst, was auch immer sehr gut und wichtig für solch langen Reisen ist.
Wir planten für die 1200 km von Hurghada entfernte Oase 5 Tage mit einer Übernachtung in Marsa Matruh und 3 Nächten in Siwa. Wir haben Hurghada um 5:00 am 18.11.19 verlassen, und sind, nach einigen eingeplanten Pausen, gegen 14:00 in Matruh angekommen. Die Hafenstadt am Mittelmeer, die als Zwischenstation in vielen Handelsrouten seit pharaonischer Zeit fungierte, hat tolle Strände, viele Sehenswürdigkeiten und sehr köstliche traditionelle Küche.
Am 19.11. haben wir den Vormittag der Besichtigung von Matruh gewidmet. Wir haben uns das Kleopatra Bad mit seiner tollen Umgebung angeguckt, deren Riesenfelsen und weiße Strände ganz speziellen Eindruck auf die Besucher ausüben. Der Strand wurde nach einem Besuch von der berühmten Kleopatra in der griechischen Epoche in Ägypten, so genannt. Unsere nächste Station war die gegenüber im Osten liegende Bucht mit der Rommel Höhle. Die Höhle soll auch während der griechisch-römischen Zeit als Speicher für Körner und andere Waren gedient haben. Während des 2. Weltkrieges hat sie Erwin Rommel, der durch Hitler für Feldzüge in Nordafrika eingesetzt wurde, als Führungsbasis genutzt. Sie ist seit 1977 als Museum mit vielen Waffen und Gegenständen von Rommel für Besucher offen.

Kamelstraße
Die Straße nach Siwa, von Matruh weg, verläuft südwestlich, und ist gesäumt durch große Gebiete mit krautigen Gebüschen und Gewächsen, die für die freilebenden Kamele eine Futterquelle bildet, deshalb soll man auf dieser Straße nur tagsüber fahren. Es gibt am Rande der Straße einige Kadaver von Kamelen, die die Straße überqueren wollten und durch LKWs getötet wurden; das Gegenteil passiert mit PKWs. Kamel-Vorsicht-Schilder trifft man alle paar hundert Meter an. Man fährt bergab die Oase an, die 18 m unter Meereshöhe liegt. Beim Ankommen und dem Anblick der ersten Palmen von Siwa, setzt sich das Entspannungsgefühl ein, alles dort strahlt Ruhe und Gelassenheit aus.

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Unser erster Abend in Siwa
Die Oase Siwa hat uns jetzt, der Plan der Besichtigung besteht schon, die Oase ist zwar klein, 80 km lang und 20 km breit, aber verdammt interessant und voll mit Sehenswürdigkeiten, nicht nur aus der pharaonischen, griechisch-römischen Zeit, sondern reichen diese auch bis in die Altsteinzeit. Wir sind direkt in unser Hotel gefahren und haben eingecheckt, eine Kopie vom Reisepass muss den Behörden vorliegen, wenn man vorhat, die Wüste in der Umgebung der Oase zu erkunden. Eine halbe Stunde später waren wir startklar, das Ziel ist das kleine Zentrum mit den Märkten und Restaurants. Am ersten Abend gab es Kamelsteak auf einer Dachterrasse vor Shali, der Altstadt Siwas. Beim Teetrinken kann man von einem Café aus beobachten, wie Leute mit Eseltaxi gefahren werden, und wie die Berber dort ihren Alltag ausklingen lassen. Wir sind in unser Hotel zurückgefahren, in den Hotels der Oase kann man sehr gut schlafen, es herrscht nachts Totenstille…

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Erster Tag in der Oase                                                      Nach einem köstlichen Frühstück wartete Yahia, unser Fahrer, mit seinem Toyota Jeep vor dem Hotel. Die Tour ließ nichts zu wünschen übrig:
Wir sind zuerst durch das große Sandmeer mit seinen tollen unabsehbaren Dünen gefahren. Die eigenartige Fahrweise machte unserem Fahrer und uns Spaß. Die Sanddünen runter zu rasen, war die Spitze dieser Tour, es fühlte sich teilweise wie Achterbahn an.
Wir hielten mehrmals an, und suchten Fossilien von seit 40 Millionen Jahren versteinerten Muscheln, Schneckengehäusen, Korallen und sonstigen Meeresbewohnern, als das Gelände hier während des Eozäns den Meeresgrund gebildet hatte. Es ist einfach nur genial, in der Wüste Muscheln zu finden und zu spüren. Ein Erlebnis dieser Art ist auch in Fayum möglich, wenn man das Tal der versteinerten Wale besucht.
Wir kamen eine halbe Stunde später bei der ersten Wasserquelle, mitten in der Wüste, an. Siwa hat 200 Grundwasserquellen, die die Oase und deren Seen mit ca. 190 000 mᵌ am Tag versorgen. Wir hatten 40ᵒ warmes Wasser, was zum Baden einlud, und wir natürlich ausgenutzt haben. Wir haben auch Zarad, Siwi Tee, getrunken und Basima, Datteln mit Mehl und Olivenöl, gegessen. Die nächste Quelle liegt nebenan, ein Berg trennt die beiden, aber mit kaltem Wasser. Die Tour mit Jeep geht bis 14 Uhr nachmittags, wir haben uns im Hotel schnell umgezogen und fuhren auf die Insel Fatnas mit ihrer Wasserquelle, in der man Luftblasen beobachtet, die dauerhaft vom Boden emporkommen. Den Sonnenuntergang auf der Insel an ihrem See, ist besonders schön.
Ein anderes Restaurant wurde jetzt für das Abendessen ausgesucht, da man dort, betreffend des Essen, nie enttäuscht wird. Danach hatte uns unser Hotel wieder, wir bekamen noch leckeren Tee und frische Datteln serviert, bevor wir schlafen gingen.

Letzter Tag in Siwa                                                            Heute steht etwas mehr auf dem Programm, da die Oase noch viel mehr zu bieten hat. Nach dem Frühstück sind wir Richtung Amun-Tempel gefahren, die Straßen unter den Oliven- und Dattelplantagen sind einfach der Hauptfaktor der unbeschreiblichen Schönheit von Siwa. Überall fließt Wasser in den kleinen Bewässerungskanälen, man glaubt, es sei keine Oase in der Sahara, sondern ein Ort am Nil, oder irgendwo mit mächtigen Wasservorräten.

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Das Orakel von Alexander dem Großen
Auf dem Weg zum Amun-Tempel fällt eine Wasserquelle, auch mit dem Namen Kleopatra, auf. Anscheinend war die mazedonische Königin hier. Der Amun-Tempel wurde in der pharaonischen Spätzeit als heilige Stätte für Amun-Re gebaut, aber erst nach dem Besuch von Alexander dem Großen bekannt, ganz besonders, als er darin zum Sohn des Re durch das Orakel betitelt wurde. Man kann heute noch die Orakelstätte besuchen. Sie liegt auf einer Anhöhe im alten Dorf Shali Aghurmi. Die Ruinen der Häuser, die Straßen und die alte Moschee mit ihrem Minarett schenken dem Besuch speziellen Eindruck. Die Dächer und Tore sind mit alten Seilen aus Palmgewebe befestigt, weisen auf die alte Bauweise hin. Wir zogen weiter an den Salzplatten vorbei, zum Berg der Toten. Auf beiden Seiten der Straßen werden LKWs mit Salz beladen, Tausende von Tonnen aus Salz “stehen“ in kleinen Bergen, und warten darauf, dass man sie auf die Fahrzeuge auflädt. Deswegen sind auffällig viele LKWs auf der Straße zu Siwa in die Gegenrichtung unterwegs.

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Gabal Al Mauta                                                                  ist eine Anhöhe mit Gräbern für Priester und Diener aus der pharaonischen und griechisch-römischen Zeit, mit bunten Darstellungen von Isis, Sobek und Osiris. Daneben sind reichlich, wie Bienenzellen nebeneinander, kleinere Gräber zu sehen; die sind anscheinend nur für einen Sarkophag gedacht, mehr passt nicht rein. Einen schönen Ausblick über die Oase hat man von hier aus, Palmen stehen dicht nebeneinander und färben das teure Stück aus der Sahara grün.
Siwa Öko-Hotels
Wir stiegen wieder ins Auto und sind Richtung Westen gefahren. Egal, wo man innerhalb der Oase hinfahren möchte, man trifft einen See, eine Wasserquelle oder Salzplatten an. Cool sind die schmalen Wege, die durch Steine und Sand drauf einem Fahrer ermöglichen, ans andere Ufer ranzukommen, ohne drum herumfahren zu müssen. Diese engen Pfade teilen die flachen Seen der Oase und inspirieren die Fotografen. Nach so einer Fahrt hatten wir ein schönes Öko-Hotel vor unseren Augen. Die ganze Anlage wird mit Fackeln und Kerzen beleuchtet, beherbergt 50 Gäste, die die tote Stille und die unbeschreiblich schöne Natur in der Umgebung auf sich einwirken lassen. Es könnte auf jeden Fall interessant sein, dem Lärm des modernen Lebens zu entfliehen, und zu erleben, wie es sich vor unserer Handy-Zeit angefühlt hat. Wir hatten das Glück, das Personal vom Hotel am vorherigen Tag beim Baden im Schwefelwasser kennengelernt zu haben. Sie waren nett und haben uns durch die Anlage rumgeführt und uns zu einem Welcome-Drink eingeladen. Am Abend waren wir im Zentrum der Oase, wo wir Geschenke, wie Olivenöl, eingelegte Oliven, die in Siwa traditionellen Olivenseifen, Salzlampen, Datteln und Obst für die Rückfahrt am nächsten Morgen einkauften. Nach einem Abendessen waren wir sehr zufrieden, dass wir diesen kleinen Traum zur Verwirklichung gebracht haben. Um 6 Uhr hatte uns die Autobahn nach Matrouh wieder. Dann ab nach Hurghada, zurück über Kairo. Gegen 20 Uhr hatte uns Hurghada zurück und jeder wird lange von dieser Tour erzählen….

Kurzfilm über unsere Tour

Tipps für die Planung eine Besichtigung der Oase: Siwa ist eine Oase in der libyschen Wüste, liegt ca. 350 km südwestlich von Matruh am Mittelmeer, zwischen Matruh und Alexandria.
Für den Besuch der Oase sollte man mind. 4 Tage planen:
Für einen Plan vor dem Urlaub wäre ein Flug nach Kairo oder besser nach Alexandria optimal,
eine sehr gute Zugverbindung gibt es zwischen Kairo und Matruh, über Alexandria,
eine Autobahnverbindung zwischen Kairo und Matruh existiert auch,
eine Übernachtung in Matruh auf dem Weg zu / von Siwa ist empfehlenswert.

6 Comments Add yours

  1. Betti says:

    Was für eine tolle Erzählung.
    Das muss eine wahrlich wunderschöne Tour gewesen sein. Wenn ich in Rente bin, werde ich diese Tour, hoffentlich mit dir Mo, auch unternehmen.
    Wunderschön!

    1. Waltraud Glaninger says:

      Genau das habe ich vor ca 12 Jahren auch mal gesagt, wenn ich in Rente bin möchte ich dahin, und jetzt war ich dabei!👍🍀😀

      1. ontourbuero says:

        Ja Waltraud,
        es ist toll, dass Du das nun machen konntest.
        Aber so, wie Bertie schrieb, hattet Ihr ja alle tolle Reisegefährten und einen super Guide.
        LG

    2. ontourbuero says:

      Hallo Betti,
      das machen wir dann. Vielleicht ja auch schon vor Deiner Rente.
      LG

  2. Bertie Haug says:

    Jaaa, diese Reise topt alles, was ich bis jetzt mit Mo erleben durfte…
    dazu beigetragen haben natürlich meine lieben Reisegefährten Waltraud und Arno…
    Wir haben viel gesehen, gelernt und gelacht.
    Vielen Dank an Mo, der keine Mühe geschont hat, uns diese Reise zu einem großartigen Erlebnis werden zu lassen.

    1. ontourbuero says:

      Liebe Bertie,
      danke für Deine lieben Worte,
      Es freut mich, dass Euch diese Reise so viel Freude bereitet hat.
      LG

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